ORTSGRUPPE PFINZTAL

Tag der Artenvielfalt am 17. Juni 2017

Bereits zum zehnten Mal in Folge hatte der BUND Pfinztal eingeladen, mitzumachen bei einer lokalen Aktion zum "Tag der Artenvielfalt". Wie immer ging es darum, in einem bestimmten Gebiet möglichst viele verschiedene Arten
zu entdecken und zu bestimmen. Das untersuchte Gebiet war in diesem Jahr ein BUND-eigenes Grundstück im Gewann "An den Heulenbergerwiesen", eine ehemalige Ackerfläche, die vor drei Jahren je etwa zur Hälfte mit einer Wildblumen-Saatmischung (oberer, trockenerer Grundstücksteil) und einer Feuchtwiesen-Saatmischung (unterer, feuchterer Teil, an den Horster Graben anstoßend) eingesät wurde und sich heute als überwiegend bunt blühender Streifen präsentiert.

Obwohl leider nur wenige der Einladung gefolgt sind - der Termin am Ende der Pfingstferien lag etwas ungünstig -, war doch die "Ausbeute" an Tier- und Pflanzenarten auf der eher kleinen Fläche (ca. 800 qm) erfreulich groß:

119 Tier- und 47 Pflanzenarten, zusammen also 166 verschiedene Arten konnten identifiziert werden. Mit Abstand die größte Gruppe waren dabei die Insekten mit 103 Arten, darunter
-------------------- 6 Tag- und 47 Nachtfalter (die meisten davon abends mittels Lichtfalle angelockt)
-------------------- 16 Käfer
-------------------- 11 Bienen und Wespen
-------------------- 10 Wanzen
-------------------- 10 Fliegen.
Außerdem konnten 6 Vogelarten beobachtet und in der Nacht mittels Ultraschalldetektor 6 Fledermausarten erfasst werden. Die vollständige Liste aller gefundenen Tier- und Pflanzenarten finden Sie hier, eine kleine Artenauswahl zeigen die folgenden Fotos:

Nickende Distel (Carduus nutans)
Goldbeinige Sandbiene (Andrena chrysosceles) auf Färberkamille (Cota tinctoria)
Lindenschwärmer (Mimas tiliae)
Rote Weichwanze (Deraeocoris ruber)
Langhaarige Dolchwanze (Leptopterna dolabrata)
Hain-Schwebfliege (Episyrphus balteatus)
auf Echtem Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum)
Gemeine Breitstirn-Blasenkopffliege (Sicus ferrugineus)
auf Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
Ackerwinden-Bunteulchen (Acontia trabealis)

Gemeine Skorpionsfliege (Panorpa communis)

 

 

"Von Panik bis Faszination - Spinnen"

Reges Interesse fand der Bildervortrag unter diesem Titel am 24. März im Bürgerhaus in Söllingen.
Mit eindrucksvollen Bildern unserer heimischen Spinnen und vielen Detailinformationen über ihre Lebensweise und Bedeutung gelang es der Referentin Marianne Rahn, die durchaus im Publikum teilweise vorhandene "Arachnophobie" (Spinnenangst) zumindest ein Stück weit in Richtung "Faszination" zu verändern.
Zumal es zumindest hier in Mitteleuropa objektiv keinen Grund gibt, Spinnen für bedrohlich zu halten:
Von den rund 1000 einheimischen Spinnenarten sind lediglich drei überhaupt in der Lage, mit ihren Beißwerkzeugen die menschliche Haut zu durchdringen. Auch diese beißen aber nur in Ausnahmefällen, wenn sie sich ernsthaft bedroht fühlen. Und die Folgen eines Spinnenbisses sind in aller Regel geringer als die eines Bienen- oder Wespenstiches; auf keinen Fall hinterlässt er dauerhafte Folgeschäden.

Listspinne
Pisaura mirabilis
Gartenkreuzspinne
Araneus diadematus
Kürbisspinne
Araniella cucurbitina
Große Rindenspringspinne
Marpissa muscosa
Südliche Glanz-Krabbenspinne
Synema globosum
Piratenspinne
Pirata piraticus


Resolution "Insektensterben / Vogelschwund"

Aufgrund des dramatischen Rückgangs an Insekten in den letzten Jahren und des - teilweise dadurch verursachten - Rückgangs an Vögeln in diesem Winter haben die Naturschutzverbände im Raum Karlsruhe eine gemeinsame Resolution verfasst und an die Presse, die Stadt Karlsruhe, Städte und Gemeinden im Landkreis Karlsruhe, Regierungspräsidium und Landratsamt Karlsruhe sowie an die Abgeordneten im Europaparlament, Bundes- und Landtag aus Karlsruhe (Stadt und Landkreis) versendet. Den Text des Aufrufs, der sich an jede(n) Einzelne(n), an Ämter und Behörden, an Städte und Gemeinden und an politische Entscheidungsträger wendet, finden Sie hier.